C. I. BROM


 

 

 

1931 geb. in Tübingen, als Sohn des Buchhalters Johannes Brom und dessen Frau Erna.

1942-1947 Brom besucht die Handelsschule in Tübingen

1948 verläßt er sein Elternhaus 1948-1952 zahlreiche Ortswechsel : Mailand (Okt.1948- März 1949), Rom (April- Nov. 1949/ ) , Paris (Nov. 1949- Mai 1950), New York (Mai 1950-Feb. 1952), Wien (Juni-Juli 1952). Brom arbeitete dabei unter anderem als Verkäufer Lagerarbeiter, Staplerfahrer und als Hilfskraft in einer Autowerkstätte. In Rom lernt Brom den akademischen Maler Louis Serot kennen, der ihn dazu animiert zu malen. In New York beginnt Brom dann auch zu Fotografieren. In den Jahren. 1949-1952 entstehen in erster Linie Bleistiftskizzen und SW-Fotografien.

1952 Rückkehr nach Deutschland. Er beginnt eine Fotografenausbildung in Berlin

1954 Brom beendet seine Fotografenausbildung und nimmt eine Anstellung als Fotoassistent an der Freien Universität Berlin an.

1954 wurde Brom von seinem Freund dem Biomediziner Prof. Merkel beauftragt eine über elektrische Impulse steuerbare Puppe für ein medizinischgenetisches Experiment zu gestalten.

1954 entstehen darüber hinaus erste Blätter der "anatomische Studien", bei denen Brom anatomischen Skizzen mit Kohle übermalt. Auch erste Skizzen zu Installationen fertigt Brom 1954 an.

1954/55: anatomische Studien und Installationen. Bei den Skizzen zur Installation Cesare baut Brom erstmals auch klangliche Elemente ein, die er über Piezotonabnehmer gewinnt.

1955 beendet Brom die Arbeit an der fotomechanischen Puppe. 1962 stirbt Broms Vater, was ihn in eine tiefe Lebenskrise führt. Brom beendet seine Arbeit im universitären Fotolabor. 1962: Brom übersiedelt nach Paris.

1963 Er arbeitet abermals in einem Fotolabor. Brom malt keine Bilder mehr.

1963-1969: Brom dreht in diesen Jahren einige Super8-Kurzfilme, und eignet sich damit das in der Hauptphase seiner Arbeit so wichtige szenisch-dramaturgische Element seiner Arbeit an.

1969 Brom beginnt wieder zu malen. Im Oktober lernt er dann den Physiker V. Krylov kennen und nimmt an dessen Diskussionszirkel teil (C. Fouche, M. Pinot, V. Krylov). Brom fertigt die ersten Blätter seiner Übermalungsserie Schnitte an, in der er sich mit Teilchenphysik auseinandersetzt. In den Jahren 1969 bis 1974 entstanden nach eigenen Angaben Broms insgesamt 143 dieser Schnitte.

1969-1973 entstehen auch die Landkartenübermalungen Topografien.

1973 Brom übersiedelt wieder nach Berlin. Auch hier nimmt er eine Anstellung in einem fotografischen Labor an.

1974 Brom wird in einen Autounfall verwickelt und erleidet dabei lebensgefährliche Verletzungen. Er wird in künstlichen Tiefschlaf versetzt aus dem er erst einige Monate später wieder erwacht.

1974/75 verbrachte Brom in einem Rehabilitationszentrum bei Heidelberg.. In diesen beiden Jahren verschwanden viele von Broms Werken. Gedächtnislücken Broms machten bis heute viele seiner Werke unauffindbar.

1976 Brom kehrt nach Berlin zurück und beginnt wieder zu arbeiten. Es entstehen erste Skizzen zur Bilderserei "zu den Grundlagen der Physik". Auch die Metallobjekte "ADAM" und "EVA", sowie die Schaukästen der Pelzwerkzeuge fertigt Brom 1976 an.

1977 wird Brom ein Atelier in Wien zur Verfügung gestellt. Er übersiedelt nach Wien. . In diesem Jahr entstanden neben einigen der Bilder "zu den Grundlagen der Physik", dem Bilderzyklus "vrt" auch erstmals einige Performances/Aktionen; die Performance "vrt", und die ersten "Höhlenaktionen", bei denen Brom sich einige Wochen in Höhlen zurückzog und dort zu überleben, führt Brom in Wien aus. Im Herbst 1977 beginnt Brom mit seiner "Brockhausüberarbeitung", die ihn bis 1981 beschäftigt.

1978 Brom kehrt nach Berlin zurück. Dort wird ihm eine Anstellung als Freier Fotograf am Ethnologischen Institut der Freien Universität angeboten. Brom fertigt erste Vorstudien zur Bilderserie "modularer Mensch" an, und führt die Tonobjekte "Anthropomorphe" und "Stammbaumfragmente" aus.

1979 Brom richtet seinen ersten "Theorieraum" ein;

1979 Im April 1979 geht Brom für 8 Monate nach Mailand. In dieser Zeit entstehen neben ersten Skizzen zur Installationsserie "Aus Krylovs Labor" ; in erster Linie die Installationen "H.M." und "cogito ergo sum". Auch Broms szenischen Entwürfe zur Performance H.M., in der sich Brom mit der gespaltenen Natur des Menschen auseinandersetzte entstand 1979 in Mailand. Ende des Jahres kehrt Brom wieder nach Berlin zurück, wo er unter anderem noch die Installationen "Krylovs Schreibtisch" sowie den "Transformator" entwirft.

1979/80 entstehen neben Theorieräumen, die Theorien "T1-T17", sowie die "wissenschaftlichen Tafeln 1-12". In all diesen Objekten und Bildern setzt sich Brom mit dem Begriff der Theoriebildung auseinander, als auch mit dem Menschen der sich hinter dieser verbirgt.

1981 begleitet Brom als Freier Fotograf eine Forschungsreise des Ethnologischen Instituts der Freien Universität Berlin. Anschließend arbeitet Brom an den "wissenschaftlichen Tafeln" weiter. Auch die Serie der "Fig. 1-Fig. 25" sowie die Installation Formicula contorta, die Brom gemeinsam mit dem Musiker XX entwickelt hatte entstehen in den Jahren 1981 und 1982.

1983 Brom reist gemeinsam mit dem Physiker Prof. V. Krylov nach Italien.

1983 Brom führt in der Galerie Haberl seine erste Ausstellung durch. Er errichtet dabei den Theorieraum XI.

1985-1990 Brom arbeitet in dieser Zeit hauptsächlich an kleineren fotografischen Arbeiten. 1990 verkündete Brom nach einer Gallensteinoperation seine eigene Pensionierung.

1991 Brom übersiedelt nach Heimburg.

1997 stirbt Brom in seinem Landhaus in Sachsen-Anhalt an einem Herzversagen.

 

 

Werkverzeichnis (Auszug)

 

Frühphase 1949-1954)

1949-1954 Bleistiftskizzen und SW-Fotografien.

1953-1954 "geometrischen Studien"

 

Anatomische Phase (1954-1962)

1954/55 fotomechanische Puppe ADAM

1954 erste Blätter der Übermalungsserie "anatomische Studien", 1954 erste Skizzen und Konzepte zu Installationen.

1955: Installation "Cesare"

1954-1962: "anatomische Studien" und Installationen

 

Schwarze Phase (1962-1969)

1963-1969: Super8-Kurzfilme, Dazu zählen unter anderem die Kurzfilme "ungefilmte Szenen", "der unendliche Film", "30". In dieser Zeit entstehen auch einzelne SW-Fotografien (Schattenportraits) sowie die Installation "cineastische Kulturen".

 

Physikalische Phase (1969-1974)

1969 -1974 "Schnitte" (143 Blätter: Brom unterscheidet dabei die Serie A , in denen er sich mit theoretischen Überlegungen der Physiker beschäftigt und der Serie B, in denen vor allem Fotografische Aufnahmen von Teilchenspuren den Ausgangspunkt für Broms Bilder lieferten.

1969-1973 entstehen neben den "Schnitten" auch die Landkartenübermalungen, die "Topografien".

 

Anthropologische Phase (1976-1985)

1976 "ADAM" und "EVA", sowie die Schaukäsen der "Pelzwerkzeuge".

1976/77 Bilderserie "zu den Grundlagen der Physik"

1977 Bilderzyklus "vrt"; Brom führte die Performance "vrt" durch; erste "Höhlenaktionen",

1977-1981 "Brockhausüberarbeitung", eine Arbeit in 22 Bänden

1978 "Anthropomorphe"; ersten Lehrgepäckstücke ("Ursprungskoffer"), "Stammbaum-fragmente".

1979 "Theorieraum I" ; Serie an Installationen mit dem Titel "AUS KRYLOVS LABOR" ; "Tafelfragmenten", "Krylovs Schreibtisch" ; "Transformator".

1979/80 Theorieräume II - VIII; Theorien "T1-T17", "wissenschaftlichen Tafeln 1-12", sowie erste Teile der Serie "modularer Mensch".

1981: "wissenschaftliche Tafeln"; Formicula contorta

1981-1983 "Fig. 1-Fig. 25"

1984/85 "wissenschaftliche Modelle"

 

Spätwerk (1985-1990)

1985-1990 fotografischen Arbeiten

 

 

Ausstellungen

 

1983 Galerie Haberl (Wien): "Theorieraum XI"

2006 Kunsthalle Exnergasse (Wien): "Theorieraum VI"

2007 PMK (Innsbruck): "Transformator"

2007 Stellwerk (Innsbruck) "Cesare"

2007 Tonspur (Wien): "Transformator"

 

 

 

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