Sequenzen


 

 


Nach dem am Institut für Wissenschaft und Forschung in den Jahren 2000 - 2004 die Kapitel 4 und 5 des 3. krylovschen Manuskripts umgesetzt worden sind, wurde im Jahre 2005 damit begonnen das letzte erhaltene Kapitel dieses Manuskripts zu realisieren. Dieses trägt den Titel Sequenzen. Vom Aufbau ähnelt es dem vorhergehenden 5. Kapitel, wobei die Erhaltung des 6. bei weitem lückenhafter ist als das 5. Auch hier dürfte Krylov von theoretischen Überlegungen ausgegangen sein und versucht haben über Beobachtungsinstrumente und szenische Experimente schließlich zu einer abermals theoretischen Synthese zu gelangen. Erhalten geblieben ist in erster Linie der mittlere Teil, der sich aus einigen Blättern mit Skizzen, Textfragmenten und dramaturgischen Skizzen zusammensetzt. Aufgrund der schlechten Erhaltung, war lange zeit nicht ganz klar was Krylov im Kapitel der Sequenzen untersuchen wollte, doch konnte schließlich anhand von Tagebuchnotizen auf das den Sequenzen zugrundeliegende Thema geschlossen werden. Hatte Krylov, wie bei der Apparatur zu den Grundlagen der Physik oder den Interaktionen, bis dahin seine Untersuchungsthemen stets am Boden der Physik entwickelt und vorbereitet und sich im Verlauf der Kapitel vom physikalischen Boden mehr oder weniger wegbewegt, so bewegt sich Krylov im 6. Kapitel völlig abseits der Physik. Lediglich in Form von philosophischen Überlegungen, und dabei vor allem seit der Entwicklung der Quantentheorie, ist das von Krylov gewählte Thema in der Physik diskutiert worden. Dementsprechend findet man in Kapitel 6 keine Formeln, Tabellen oder Grafen, sondern lediglich theoretische Textfragmente, sowie Skizzen zu Beobachtungsinstrumenten und dramaturgische Entwürfe, die für das dritte Manuskript Krylovs so typisch sind. Im Zentrum von Krylovs Aufmerksamkeit steht hier der Forscher, also die Person die maßgeblich am Forschungsprozeß beteiligt ist, selbst jedoch stets bemüht ist sich daraus herauszunehmen. Für Krylov war die Auseinandersetzung mit dem Forscher eine Grundbedingung dafür überhaupt ernstzunehmend forschen zu können. Krylov ging es in den Sequenzen in erster Linie um die Ambivalenz des Forschers zwischen Subjekt und Objekt, in dem für ihn der Schlüssel zu Erkenntnistheoretischen Aussagen, also Aussagen darüber ob, wie, warum und in wie weit man überhaupt etwas wissen kann und in wie weit dieses Wissen objektive Realität wiedergeben kann, liegt. In diesem Sinne wird seit 2005 am Institut für Wissenschaft und Forschung ein Forschungsschwerpunkt zu den Sequenzen abgehalten. Dabei werden einerseits die Krylovschen Skizzen zu Beobachtungsinstrumenten und Performances umzusetzen versucht, andererseits werden Projekte durchgeführt in denen man sich mit erkenntnistheoretischen Fragestellungen als auch mit der Person des Wissenschaftlers sowie dessen öffentlichen Repräsentation auseinandersetzt. Ziel ist es im Jahre 2008 eine Broschüre zu publizieren, in der diese Arbeiten und Projekte dokumentiert werden.

 

 

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