Die Unschärferelation

(lecture/performance)


"Die Unschärferelation die unvermeidbare unbestimmtheit des anfangszustandes verhindert eine exakte vorausberechnung künftiger bewegung eines teilchens."

"wir ziehen nun die folgerung aus der tatsache, daß das elektron einmal als teilchen, zum anderen als welle erscheint. hiezu betrachten wir konkret in einer dimension die verteilung des wellenpakets (7.21) fassen wir die lage der ersten nullstelle als ein maß für die ortsunschärfe auf, so erhalten wir aus (7.21) die relation (7.22). ersichtlich ist die ortsunschärfe dx mit einer unschärfe in den k-zahlen verknüpft. nun ist aber die wellenzahl k mit dem impuls p durch die relation (7.23) verbunden. setzen wir dies in (7.22) ein, so erhalten wir die grundlegende heisenbergsche unschärferelation (7.24). das produkt der unbestimmtheiten von ort und impuls eines teilchens muß immer größer als die planksche konstante sein."

"nehmen wir an, daß sich ein abgeschlossenes system zum zeitpunkt t=0 in einem zustand mit unbestimmter energie E befinde. sei R eine quantenmechanische variable, deren operator R`nicht explizit von der zeit abhängt. für das produkt der unschärfen von R und E gilt dann nach (9.7), (9.31) und nach der bewegungsgleichung (9. 9) für den erwartungswert von R (9.32). zusammen folgt also (9.33). die ungleichung (9.33) verbindet das produkt der unschärfen von E und R mit der zeitlichen änderung des mittelwerts von R. führen wir dt als das zeitintervall ein, in dem sich der mittelwert gerade um einen betrag ändert, der der mittleren quadratischen schwankung entspricht, dann gilt dafür (9.34)."

"es ist unmöglich einen apparat zu entwickeln, der feststellt durch welche gitteröffnung der weg eines photons verläuft ohne das interferenzbild zu zerstören."

 

 

Er war irgendwo im Haus, er redete ohne Unterlaß,.....aber es war niemand bei ihm der mit ihm hätte reden können. Der Nebel war besonders dicht an diesem Tag, die Bäume im Garten waren kahl und mit Flechten bewachsen, es war ruhig, nur seine Stimme war aus dem Haus zu hören. Heute Morgen hatte man das Gefühl er sei selbst zum Baum geworden, wenn man ihn von seinem grauen Polstersessel auf die Bäume im Garten starren sah. Seither waren keine zwei Stunden vergangen, er hatte keine Pause gemacht, ein Gemurmel ging in ein anderes über, ein Wort zog das nächste nach sich. Niemand interessierte sich dafür, er kannte ja kaum jemanden, er hatte doch seine Bücher! Im Obergeschoß waren zwei große Räume mit Büchern belegt, und dann war noch sein Arbeitsraum, mit unzähligen Seiten, die er beschrieben hatte. Doch er arbeitete schon seit einigen Wochen nicht mehr. Seither saß er jeden Tag im großen Zimmer neben der Küche in seinem grauen Polstersessel und starrte durch die Balkontüre in den Garten. Man hätte ihn nicht wahrgenommen so regungslos verharrte er an diesem Platz. Die Möbel hatte er schon vor Jahren verkauft, er wollte Platz schaffen für seine Gedanken. In leeren Räumen waren seine Gedanken am klarsten, sie hatten nichts worin sie sich verfangen hätten können, außerdem wozu hätte er Möbel gebraucht. Die Küche bestand aus dem Nötigsten und im angrenzenden Zimmer stand sein Polstersessel an der Balkontüre, und der kleine Eßtisch mit einem Stuhl unter der Wanduhr, die er schon jahrelang nicht mehr aufgezogen hatte. Mehr hätte er nie gewollt. Es war so gegen zwei Uhr, als er begann alle Fenster zu öffnen. Seine Stimme war lauter geworden, und der Tonfall wirkte energischer. Einige Worte wären nun trotz der verworrenen Akustik zu verstehen gewesen. Keiner hatte geahnt was er in diesen Stunden geschaffen hatte, es sollten ja die Antworten auf die Fragen sein, die er sich angesichts des heutigen Tages nun nicht mehr zu stellen brauchte. Als er die Fenster wieder zu schließen begann war es Abend geworden. Die Dämmerung legte sich über die Bäume, der Nebel zog dichter ans Haus heran und seine Stimme war ruhiger geworden. Es fröstelte ihn. Er war müde. Plötzlich war er still, kein Laut. Alles war regungslos, als ob die Zeit stillgestanden wäre. Er ging von einem kahlen Zimmer ins nächste, er sah die Wände, die Formeln und Worte, die mit Kohle an ihnen angebracht worden waren, sah die eingearbeiteten Fotos, das alte Brett mit dem splittrigen Lack, das an der Wand angenagelt war, und er bemerkte den rostigen Draht an der Wand des Nebenzimmers, der schon Jahrzehnte in der Hütte gelegen hatte, er entdeckte vieles was aus dieser Hütte stammen mußte, die rostigen Metallteile, die mit Kohle übermalt waren und merkwürdige Notizen trugen, Teile des alten Leiterwagens und die Frontplatten der alten Kisten mit den aufgedruckten schwarzen Nummern die jetzt an Wänden und Boden zu finden waren; alles wirkte verwischt und oftmals überarbeitet, auch der Boden trug die Handschrift des heutigen Tages, überall der schwarze Staub, der Kohle, vertragen und verwischt, das Papier mit Skizzen und Notizen, auch Seiten aus seinen geliebten Büchern fand er in Staub und Spuren am Boden eingebettet, aber er brauchte sich nun keine Gedanken mehr zu machen, es genügte nur der Umstand, daß er irgendwo in diesem Haus gewesen ist.

 

 

 

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